Sommersemester 2026
Bachelor
Historische Grundlagen
Mittelalter und Neuzeit
Prof.'in Dr. Christiane Salge
Bachelorvorlesung
Immer montags von 13:30 bis 15:00
Raum: L3|01 A93
Sprache: Deutsch
Die Vorlesung bietet eine chronologisch gegliederte Einführung in die Kunst-, Kultur- und Baugeschichte von Mittelalter und Neuzeit (800 bis 1800). Neben der Vermittlung einer fundierten Denkmälerkenntnis und dem Einordnen der maßgeblichen Entwicklungen der Architektur- und Kunstgeschichte dieses Zeitraums werden die gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Verhältnisse als Rahmenbedingungen der europäischen Kunst- und Kulturgeschichte aufgezeigt und so das Begreifen der jeweiligen Monumente als Geschichtsdokumente und das Verstehen bauhistorischer Prozesse und der sie bestimmenden Interaktion der beteiligten Akteure (Architekten-, Künstler-, Auftraggebergeschichte) ermöglicht.
The lecture offers a chronologically organised introduction to the history of art, culture and architecture in the Middle Ages and modern times (800 to 1800). In addition to imparting a sound knowledge of monuments and categorising the relevant developments in the history of architecture and art during this period, the social, cultural and political conditions as the framework conditions of European art and cultural history are shown, thus enabling the respective monuments to be understood as historical documents and the processes of architectural history and the interaction of the actors involved (history of architects, artists, clients) to be understood.
Kunstgewerbeschulen
Prof.‘in Dr. Christiane Salge
Bachelorseminar
Immer montags von 16:30 bis 19:00 Uhr
Raum: L3|01 R455
Sprache: Deutsch
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts spielen Kunstgewerbeschulen neben den Technischen Hochschulen, Akademien und Baugewerkschulen eine nicht zu unterschätzende Rolle in der Architekturausbildung. Von den großen Gewerbeschauen auf den Weltausstellungen in den 1850er und 1860er Jahren ausgehend, erfolgte reichsweit rasch die Einrichtung zahlreicher Kunstgewerbeschulen, doch nur wenige sahen zunächst in ihrem Lehrplan neben Fächern wie Ornament- und Figurenzeichen, Modellieren, Bildhauerei oder Dekorationsmalerei auch besondere Architekturklassen vor. Um 1900 aber setzte das junge Schulformat, den Forderungen des 1907 gegründeten Deutschen Werkbunds vorauseilend, die Verbindung von Kunst, Handwerk und Technik bzw. das Zusammenwirken von Material, Objekt und Raum in den Mittelpunkt seiner Lehre und entwickelte sich so zum avantgardistischen Motor einer neuen Architektur und zwar vor dem Bauhaus.Im Seminar wollen wir uns diesem Thema aus verschiedenen Richtungen nähern. Wir werden die Schulgebäude selbst untersuchen, uns aber auch mit den verschiedenen Ausbildungskonzepten und ihrer Umsetzung in den Schulprogrammen auseinandersetzen. Es ist aber auch spannend zu sehen, wie viele Architektenpersönlichkeiten Direktoren oder Lehrer an Kunstgewerbeschulen waren und diese prägten oder dass an diesen Schulen im Unterschied zu den Hochschulen Frauen bereits im 19. Jahrhundert zugelassen waren.
Since the second half of the 19th century, arts and crafts schools have played a role in architectural education that should not be underestimated, alongside technical colleges, academies and building trade schools. Starting with the major trade shows at the world exhibitions in the 1850s and 1860s, numerous arts and crafts schools were quickly established throughout the German empire, but only a few initially included special architecture classes in their curriculum alongside subjects such as ornamental and figure drawing, modelling, sculpture and decorative painting. Around 1900, however, the young school format, anticipating the demands of the German Werkbund founded in 1907, placed the connection between art, craft and technology, and the interaction between material, object and space at the centre of its teaching, thus developing into the avant-garde driving force behind a new architecture, even before the Bauhaus.
In this seminar, we will approach this topic from different angles. We will examine the school buildings themselves, but we will also look at the various educational concepts and their implementation in the school programmes. It is also exciting to see how many prominent architects were directors or teachers at arts and crafts schools and shaped them, and that, unlike universities, women were already admitted to these schools in the 19th century.
Palatina
Das verschwundene Land
Dr. Meinrad v. Engelberg
Bachelorseminar
Immer montags von 10.00 bis 11.30 Uhr
Raum: L3|01 R155 (FG Freiraum)
Sprache: Deutsch
Wo liegt die Kurpfalz? Das Land mit dem lateinischen Namen Palatina ist heute von der politischen Landkarte verschwunden. Das ehemals namensgebende Kurfürstentum lebt nur noch in Bauten, Denkmälern und historischer Erinnerung.Thema des Seminars ist es, das verschwundene Land durch eine intensive Spurensuche wieder ins Bewusstsein zu rufen. Hierbei sollen die beiden Landesteile rechts und links des Rheins mit den historischen Zentren Heidelberg, Mannheim und Speyer im Seminarteil vorgestellt und auf einer abschließenden Exkursion besucht und erkundet werden. Während Heidelberg bis heute ein Tourismus-Hotspot mit bedeutender Universität ist, wurde die 1720 neugegründete pfälzische Hauptstadt Mannheim im Bombenkrieg schwer zerstört, blieb aber ein kulturelles Zentrum. Auf der linken Rheinseite steht Speyer für die politische und konfessionelle Vielfalt der Region: Die ehemalige Reichsstadt, Bischofssitz und Zentrum des mittelalterlichen Judentums am Rhein, beherbergt heute zwei Unesco-Welterbestätten. Die berühmte Weinbauregion bot auch beste Bedingungen für den Schloss- und Burgenbau.Das Seminar wird in der ersten Semesterhälfte in Darmstadt mit einführenden Referaten beginnen, dann folgt im August eine viertägige Exkursion in die Pfalz. Die Teilnahme an der Exkursion ist verpflichtend und für die Vergabe der CPs erforderlich, der Termin wird in der ersten Stunde gemeinsam festgelegt.
Where is the Electoral Palatinate? The land with the Latin name Palatina has disappeared from the political map. The former Electorate, from which it took its name, now lives on only in buildings, monuments, and historical memory.
The seminar aims to bring the lost region back into the public consciousness through intensive research. The two parts of the region, located on either side of the Rhine, will be presented in the seminar, focusing on the historical centers of Heidelberg, Mannheim, and Speyer. A final excursion will then allow participants to visit and explore these areas.
The seminar will begin in the first half of the semester in Darmstadt with introductory seminar lessons, followed by a four-day excursion to the Palatinate in August. Participation in the excursion is mandatory and required for the award of credit points; the date will be determined jointly in the first lesson.
Grundlagen archivbasierter Forschung: Was erzählen Glasdias, Briefe und Zeichnungen in den Sammlungen der TU Darmstadt?
Dr. des. Elena Skarke
Bachelorseminar (Blockveranstaltung)
Einführungsveranstaltung am 17. April 2026 von 10.15 bis 11.45 Uhr
Blocktermine freitags von 10.00 bis 15.00
8. Mai 2026
22. Mai 2026
29. Mai 2026
19. Juni 2026
26. Juni 2026
Raum: L3|01 R455
Sprache: Deutsch
Was sammeln Fachgebiete, Institute, Bibliotheken und Universitätsarchive? Wie werden die verschiedenen Objekte und Dokumente archiviert, um sie für die Zukunft zu sichern? Welche Erkenntnisse lassen sich aus diesen Materialien für die Geschichte akademischer Disziplinen sowie der universitären Wissensvermittlung gewinnen? Ziel des Seminars ist es, ein vertieftes Verständnis für den Umgang mit Quellen und Objekten in wissenschaftlichen Sammlungen zu entwickeln, von ihrer Bewahrung und Erschließung hin zu ihrer kritischen Auswertung. Wir besuchen das Universitätsarchiv, die Universitäts- und Landesbibliothek und üben die forschungspraktische Arbeit an konkreten Archivmaterialien ein. Durch eine begleitende Lektüre einschlägiger wissenschaftlicher Texte reflektieren wir die Forschung im Archiv sowie deren Geschichte und Methoden. Zum Abschluss erstellen alle Teilnehmenden ein Poster zu einem selbst gewählten Archivobjekt.
What do departments, institutes, libraries, and university archives collect? How are the various objects and documents archived in order to preserve them for the future? What insights can be gained from these materials for the history of academic disciplines and university teaching?
The aim of the seminar is to develop an in-depth understanding of how to handle objects in scientific collections, from their preservation and cataloging to their critical evaluation. We will visit the Historical Archive and the University and State Library and practice hands-on research work with specific archival materials. Through accompanying readings of relevant scientific texts, we will reflect on research in the archive as well as its history and methods. At the end, all participants will create a poster on an archival object of their choice.
Pilgerkirchen des Mittelalters: Architektur, Kult und soziale Praxis
Prof.‘in Dr. Lisa Horstmann
Bachelorseminar
Immer montags von 11:30 bis 13:30 Uhr
Raum: L3|01 R455
Sprache: Deutsch
Das Seminar untersucht Pilgerkirchen als religiöse, soziale und architektonische Handlungsräume des Mittelalters. Behandelt werden die Grundlagen, darunter mittelalterliche Frömmigkeit, Jenseitsvorstellungen und Fegefeuer, Ablasswesen, Reliquienkult sowie Formen und Typen der Wallfahrt. Ziel ist es, die religiösen und gesellschaftlichen Voraussetzungen zu verstehen, die das Pilgerwesen prägten.
Anhand zentraler Fernwallfahrtsorte – der Grabeskirche, des Petersdom und der Kathedrale von Santiago de Compostela – sowie ausgewählter regionaler Wallfahrtskirchen, etwa der Wallfahrtskirche St. Valentinus in Kiedrich, werden Bau- und Nutzungsgeschichte, räumliche Organisation und Inszenierung von Heiligkeit analysiert. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach der architektonischen Lenkung von Pilgerströmen, nach der Rolle von Reliquien und Ablässen sowie nach der Wahrnehmung bis hin zur Aneignung des Kirchenraums durch unterschiedliche Pilgergruppen.
The seminar examines pilgrimage churches as religious, social, and architectural spaces of action in the Middle Ages. It addresses the fundamental conditions of pilgrimage, including medieval piety, concepts of the afterlife and purgatory, the system of indulgences, the cult of relics, and different forms and types of pilgrimage. The aim is to understand the religious and social frameworks that shaped medieval pilgrimage practices.
Drawing on major long-distance pilgrimage sites—the Church of the Holy Sepulchre, St Peter’s Basilica, and the Cathedral of Santiago de Compostela—as well as selected regional pilgrimage churches, such as the pilgrimage church of St Valentinus in Kiedrich, the seminar analyzes building history, patterns of use, spatial organization, and the staging of sacredness. Particular attention is given to the architectural control of pilgrim movement, the role of relics and indulgences, and the perception and appropriation of sacred space by different groups of pilgrims.
Master
Digitalität und Architektur
Fachgruppe A
Fachmodulvorlesung
Immer dienstags von 11:40 bis 13:20 Uhr
Raum: L3|01 A93
Sprache: Deutsch/English
Thema der Fachmodulvorlesung A im SoSe 26 ist Digitalität, also gesellschaftliche und kulturelle Wandlungen infolge des technischen Prozesses der Digitalisierung. Welche Auswirkungen haben Innovationen wie KI und künstlich erzeugte Bildwelten auf andere Lebensbereiche, z.B. Recht, Kreativität, Lehre und Studium, Bildende Kunst und Architektur? Gab es schon Vorformen der Digitalität, bevor es Computer gab? Wie verändert sich die Wahrnehmung ursprünglich an materielle Bildträger (z.B. Glasdias) gebundener Fotografien, wenn diese nachträglich digitalisiert werden? Welche Rolle spielt ein auf Daten fixierter Überwachungskapitalismus als Antreiber und Nutznießer der Digitalisierung?In einer Vorlesungsreihe werden verschiedene Blickwinkel auf dieses Phänomen präsentiert. Im Anschluss wird eine Fragestellung formuliert, die von den Studierenden in Form eines (wissenschaftlichen Kriterien genügenden) Artikels mit Bezug auf die Vortragsthemen beantwortet werden soll. Die schriftliche Abgabe dieser Texte (digital als pdf in Moodle) erfolgt bis Ende Juni (Prüfungsdatum). Die Vorträge werden in Deutsch oder Englisch gehalten, wobei eine simultane oder ergänzende Übersetzung in der jeweils anderen Sprache zur Verfügung gestellt wird. Die Abgaben können in deutscher oder englischer Sprache erfolgen.
Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens (TEWA)
Prof.'in Dr. Christiane Salge
Dr. phil. Matasha Mazis
Workshop Wissenschaftliches Arbeiten
Einmalige Veranstaltung am 21. April 2026 von 11:40 bis 13:10 Uhr
Raum: L3|01 A93
Sprache: Deutsch
One-time workshop in English Language on April 21, 2026 from 2:00 PM to 3:30 PM
Room: L3|01 R455
Language: English
Die Veranstaltung (die nur einmal im Semester stattfindet) richtet sich an Masterstudierende und ist idealerweise im 1. oder 2. Semester des Masterstudiums zu belegen. In dem Workshop werden die Grundlagen für das wissenschaftliche Arbeiten vor allem im Hinblick auf das Forschungsmodul exemplarisch erlernt. Neben einer Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten (Bibliotheksrecherche, Zitieren, wiss. Schreiben etc.) erhält man Einblick in spezifische methodische Zugänge der Fachgruppen des Fachbereichs 15. Zu erarbeiten ist ein Kurzexposé zu einem Thema mit Fragestellung und These, dem methodischen Vorgehen und dem Stand der Forschung.
Wir haben einen umfangreichen Moodle-Kurs eingerichtet, der Sie bei der Erstellung der Übungsleistung im Workshop Wissenschaftliches Arbeiten unterstützt.
The course is aimed at Master’s students and should ideally be taken in the 1st or 2nd semester of the Master’s program. The workshop provides an exemplary introduction to the basics of scientific work, especially with regard to the research module. In addition to an introduction to scientific work (library research, citation, scientific writing, etc.), you will gain insight into specific methodological approaches of the Subject Groups A to F of Department 15. Students are required to prepare a short exposé on a topic with a research question and thesis, the methodological approach and the current state of research.
We have set up a comprehensive Moodle course to support you with the preparation of the exercises in the Scientific Work workshop.
Karl Gruber und der Lehrstuhl für Entwerfen, Städtebau und mittelalterliche Baukunst an der TH Darmstadt, 1933–1953 (Ausstellungsseminar)
Prof.‘in Dr. Christiane Salge
Masterseminar
Immer dienstags von 9:15 bis 11:15 Uhr
Raum: L3|01 R455
Sprache: Deutsch
Karl Gruber (1885–1966) war Architekt, Städtebauer sowie Hochschullehrer. 1933 übernahm er den Lehrstuhl für Entwerfen, Städtebau und mittelalterliche Baukunst an der TH Darmstadt, eine Stelle, die er bis 1953 innehatte. Im Seminar wollen wir uns dieser Person anhand der zum Teil noch unbearbeiteten Archivalien, seinen Schriften, seiner Lehre aber auch seiner genialen Zeichenfähigkeit sowie seinem gebauten Werk nähern. Die Ergebnisse des Seminars sollen in einer Ausstellung an unserem Fachbereich gegen Ende des Semesters gezeigt werden.Gruber übernimmt in einer schwierigen Zeit den Städtebaulehrstuhl. Obwohl nie Parteimitglied, ist Grubers damalige Haltung im Bezug zum Nationalsozialismus immer noch nicht ganz geklärt, diesem Aspekt wollen wir uns anhand der Analyse seines Werks, der Schriften und Lehrtätigkeit aus der damaligen Zeit widmen.Nach 1945 hat sich Gruber zum Teil intensiv im Wiederaufbau der deutschen Städte sowie zerstörter Kirchen engagiert. Grubers Haltung, Entwürfe wie Umsetzung wollen wir v.a. am Standort Darmstadt genauer studieren und mit Wiederaufbaumaßnahmen anderer Städtebauer und Architekten vergleichen. Seine Ideen erscheinen – zumindest wäre das zu diskutieren – hochaktuell vor dem Hintergrund der zahlreichen Rekonstruktionen von Stadtteilen im historischen Stil, wie zum Beispiel zuletzt in Frankfurt, Potsdam oder Dresden.
Karl Gruber (1885–1966) was an architect, urban planner, and university lecturer. In 1933, he took over the chair of design, urban planning, and medieval architecture at the Technical University of Darmstadt, a position he held until 1953. In this seminar, we will examine Gruber's life and work on the basis of archival materials, some of which have not yet been processed, his writings, his teaching, his brilliant drawing skills, and his built works. The results of the seminar will be presented in an exhibition at our department towards the end of the semester.
Gruber took over the chair of urban planning in 1933 during a difficult period. Although he was never a party member, Gruber's attitude toward National Socialism at that time is still not entirely clear. We want to address this aspect by analyzing his work, writings, and teaching activities from that period.
After 1945, Gruber became heavily involved in the reconstruction of German cities and destroyed churches. We want to study Gruber's approach, designs, and implementation in more detail, particularly in Darmstadt, and compare them with the reconstruction measures of other urban planners and architects. His ideas appear—at least that would be up for discussion—highly relevant against the backdrop of numerous reconstructions of city districts in historical style, such as most recently in Frankfurt, Potsdam, and Dresden.
Verlust. Künstlerische Strategien im Umgang mit Leere und Zerstörung
Christina Clausen
Masterseminar
Immer donnerstags von 15:30 bis 17:00 Uhr
Außerdem zwei Blocktermine freitags nachmittags (in Terminabsprache mit Seminarteilnehmer:innen)
Raum: L3|01 R455
Sprache: Deutsch
In diesem Seminar geht es um künstlerische Projekte vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart, die auf den Verlust von Kulturgütern im öffentlichen Raum reagieren.
Die Praxis der vollständigen Rekonstruktion wird dabei ausgeklammert, da nicht die Tilgung des Verlusts, sondern Strategien zur Sichtbarmachung und kollektiven Memorierung der Verlusterfahrung untersucht werden sollen. Diese können sich zum Beispiel in der Inszenierung der entstandenen Leerstelle oder in dem Erhalten von Spuren der Zerstörung ausdrücken. Es geht auch nicht um individuelle Trauerbewältigung, sondern um die kollektive Wahrnehmung eines Verlusts durch eine soziale Gruppe, die mittels eines künstlerischen Projektes stellvertretend bearbeitet wird.
Dabei werden Fragen nach der bildlichen Dokumentation der Leerstelle oder des Ortes der Zerstörung, der Auswahl von aus Sicht der betroffenen Gemeinschaft geeigneten Künstler:innen, den materiellen und formalen Strategien zur Befriedigung des Authentizitätsbedürfnisses sowie der öffentlichen Reaktion auf das entstandene Kunstprojekt beleuchtet. Wir werden sowohl Beispiele aus dem Bereich der Denkmalkultur und Architektur als auch Skulpturen, Fotografien, Gemälde und Installationen analysieren.
This seminar examines artistic projects from the nineteenth century to the present that respond to the loss of cultural assets in public space.
The practice of complete reconstruction will be excluded, as the focus is not on erasing loss but on strategies that render the experience of loss visible and enable its collective remembrance. Such strategies may manifest, for example, in the staging of the resulting void or in the preservation of traces of destruction. The seminar does not address individual processes of mourning; rather, it explores the collective perception of loss by a social group and the ways in which this loss is symbolically negotiated through an artistic project.
We will consider questions concerning the visual documentation of the void or the site of destruction, the selection of artists deemed appropriate by the affected community, the material and formal strategies employed to satisfy demands for authenticity, and the public reception of the resulting artwork. The course will analyze examples from the fields of monument culture and architecture as well as sculptures, photographs, paintings, and installations.