Schreiber_Bibliotheksarchitektur

Die Architektur der öffentlichen Bücherei im transatlantischen Vergleich (1880–2010)

Foto: Maxi Schreiber
Foto: Maxi Schreiber


Habilitationsprojekt am Fachbereich Architektur der TU Darmstadt von Maxi Schreiber

In diesem Forschungsprojekt untersuche ich die Architektur der öffentlichen Bücherei für die Zeit nach ihrer fortgeschrittenen Etablierungsphase, ab ca. 1880, in Amerika und Deutschland. An sieben Fallbeispielen wird erforscht, welche Charakteristika die Architektur der Stadtbücherei ausmachen und wie sich Erweiterungs- oder Neubauten zur bestehenden oder vergangenen Architektur verhalten. Dabei wird hinterfragt, wie die Architektur den Umgang mit Geschichte sucht oder meidet und welches Verhältnis die Stadtgesellschaft zu ihren Büchereibauten hat. Am Ende möchte diese Untersuchung einen Beitrag zu der vor allem in Deutschland noch am Anfang stehenden Architekturgeschichte der öffentlichen Bücherei leisten. Schließlich bietet der Umgang mit bestehender oder vergangener Architektur – sei sie im Krieg zerstört oder danach abgerissen – eine interessante Untersuchungsvoraussetzung für die Beantwortung der Frage nach der Bedeutung von Architekturgeschichte und historischem Bewusstsein.

Als Fallbeispiele der Untersuchung dienen Bibliotheken, die zerstört oder abgerissen wurden, zu denen aber Neubauten bestehen, oder erhaltene Bibliotheken mit Erweiterungsbauten. Diese sind: Central Library Cambridge (1888/2009); Volksbücherei und Lesehalle Görlitz (1907/2009); Stadtbücherei Hannover (1931/1956/1978); Seattle Central Library (1906/1960/2004); Zentralbibliothek Köln (1979); Chicago Public Library (1897/1991); Stadtbücherei Münster (1994). Die Auswahl der Fallbeispiele ermöglicht, in der Historiografie immer wieder Querverbindungen zu ziehen, die eine zeitlich umfassende Interpretation erlauben. Somit wird insgesamt ein größerer Zeitraum – von den 1880er Jahren bis heute – erörtert, der Rückschlüsse ermöglichen soll, die über eine Analyse der ausgewählten Gebäude und ihrer Bauzeiten hinausgehen. Im Großen und Ganzen steht hinter diesem Forschungsprojekt die Frage, wie der Umgang mit Architektur unser Geschichtsbild prägt und umgekehrt, wie der Umgang mit Geschichte unser Architekturbild prägt.


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