Semesterprogramm-Übersicht

Semesterprogramm Wintersemester 2017/18

Bachelor

Vorlesung: Architektur und Städtebau des Mittelalters und der Frühen Neuzeit

Prof. Dr. Christiane Salge

Montag, 11.40-13.20 Uhr

Raum: Hörsaal L301/93

CP: 2



Die Vorlesung bietet eine chronologisch gegliederte Einführung in die Kunst-, Kultur- und Baugeschichte von Mittelalter und Neuzeit (800 bis 1800). Neben der Vermittlung einer fundierten Denkmälerkenntnis und dem Einordnen der maßgeblichen Entwicklungen der Architektur- und Kunstgeschichte dieses Zeitraums werden die gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Verhältnisse als Rahmenbedingungen der europäischen Kunst- und Kulturgeschichte aufgezeigt und so das Begreifen der jeweiligen Monumente als Geschichtsdokumente und das Verstehen bauhistorischer Prozesse und der sie bestimmenden Interaktion der beteiligten Akteure (Architekten-, Künstler-, Auftraggebergeschichte) ermöglicht.

Basiskurs: Grundlagen und Methoden der Architekturgeschichte

Prof. Dr. Franziska Lang, Prof. Dr. Christiane Salge, Dipl.-Ing. Clemens Brünenberg, Dr. Meinrad von Engelberg, Maxi Schreiber, MA

Dienstag, 08:00-10:00 Uhr, bzw. 10:00-12:00 Uhr

Raum: Seminarraum KuGe, Seminarraum Klass. Archäologie, Seminarraum GTA

CP: 5



Das einsemestrige Modul zur Einführung in die Architekturgeschichte gibt einen kurzen Überblick über die Stil- und Epochengeschichte sowie unterschiedliche Bautypen und Bauaufgaben von der Antike bis in die Gegenwart anhand ausgewählter Beispielbauten. Im Zentrum steht die eigenständige Erarbeitung eines Referats, in dem das vorgestellte Bauwerk beschrieben und mithilfe von Vergleichsbauten in den Kontext der europäischen Architekturgeschichte eingeordnet wird. Neben einem Grundwortschatz architekturhistorischer Termini sowie dessen korrekter Anwendung werden dabei die Recherche von themenspezifischer Literatur und der korrekte Umgang mit Informationen eingeübt. In einer Klausur am Semesterende werden die in den Referaten vermittelten Kenntnisse überprüft.

By Rainer Rappmann www.fiu-verlag.com - www.fiu-verlag.com, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1554560
By Rainer Rappmann www.fiu-verlag.com – www.fiu-verlag.com, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1554560

Seminar: Joseph Beuys. Werk und Aktion

Maxi Schreiber, M.A.

Montag, 15:30-17:00 Uhr

Raum: Seminarraum KuGe

CP: 2+1









Joseph Beuys (1921–1986) war einer der bedeutendsten deutschen Künstler der die Aktionskunst bekannt machte. In den 1960er Jahren setzte er mit Aktionen wie ‚Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt‘ und später mit ‚7000 Eichen‘ politische Signale, mit denen er im BRD-Nachkriegsdeutschland nicht nur gegen gesellschaftliche Konventionen anging sondern in seinen Installationen auch die deutsche Geschichte aufarbeitete. Beuys prägte einen neuen Kunstbegriff, indem er die Skulptur als soziale Plastik auffasste und daran glaubte, dass jeder Mensch ein Künstler sein könne.

Wir wollen in diesem Seminar Konzeptkunst und Aktionen von Joseph Beuys erforschen. Dazu ist auch ein Museumstag vorgesehen in dem wir im Darmstädter Landesmuseum Installationen und Plastiken im sogenannten ‚Block Beuys‘ anschauen wollen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind eingeladen die Welt mit Beuys‘ Augen zu betrachten und eine vielleicht ungewohnte Perspektive auf Kunst einzunehmen.

Seminar: Balthasar Neumann. Ausbildung und Werk eines Barockarchitekten

Dr. Martin Pozsgai

Blockseminar, voraussichtl. 17.-19. November 2017, 1. Treffen 17.10. 14:00-15:30 Uhr

Raum: Seminarraum Klass. Archäologie

CP: 2+1

Balthasar Neumann war einer der bedeutendsten Architekten des 18. Jahrhunderts in Süddeutschland. Schlossbauten wie die weltberühmte Würzburger Residenz und zahlreiche Kirchenbauten standen im Zentrum seines beruflichen Wirkens. Seine Kompetenzen waren weit gespannt und reichten von der Auswahl eines Steinbruchs über die statische Berechnung von Gewölben bis zum Entwerfen von Deckenstuckaturen. Er stand mit Kollegen aus ganz Europa im Austausch.

In diesem Seminar werden wir die Stationen der Ausbildung Neumanns zum Architekten erforschen und erhalten einen Überblick über sein Werk. Wir untersuchen die Besonderheiten seiner Projekte und stellen sie in den Kontext der Bauaufgaben in der europäischen Barockarchitektur. Neumanns Briefe und Zeichnungen helfen uns dabei, seine Bauten entsprechend einzuordnen.

Seminar: Inszenierte Baukunst. Das Architekturbild in Grafik und Fotografie

Dr. Martin Pozsgai

Montag, 15:30-17:00 Uhr

Raum: Seminarraum Klass. Archäologie

CP: 2+1



Seit Raffael sind Grundriss, Aufriss und Schnitt die üblichen Formen der Architekturdarstellung. Diese Orthogonalprojektionen offenbarten ihre Informationen jedoch nur demjenigen, der sie „lesen“ konnte. Architekten gingen daher bald zu Zentralperspektive und Vogelschau über, um Bauten dreidimensional erlebbar zu machen. Mit der Blütezeit der Vedute einschließlich Staffageszenen war die breite Basis möglicher Darstellungsformen geschaffen. Sie wurde zum Kanon der architektonischen Präsentation, auf deren Prinzipien auch die Architekturfotografie fußte. An ausgewählten Beispielen werden die Modi der Architekturzeichnung studiert und Druckgraphik des 17. und 18. sowie Fotografien des 19. und 20. Jhs. auf Bildpostkarten, in Büchern und Zeitschriften untersucht, um Darstellungsformen und Funktionen zu analysieren. Schließlich basierten Phänomene wie das „Neue Bauen“ der 1920er Jahre maßgeblich auf entsprechender publizistischer Verbreitung.

Seminar: Jenseits von Schönheit und Ordnung

Dr. Michael Groblewski

Blockseminar

Raum: Seminarraum Klass. Archäologie

CP: 2+1

Realismen und Provokationen – Humanismus und Humanismus-Kritik in der Kunst des europäischen Manierismus Die Epoche des europäischen Manierismus reicht vom Ende der Hochrenaissance bis zum Beginn des Hoch-Barock um belegt damit nahezu das gesamte 16. Jahrhundert. Der Begriff umschreibt in der Wissenschaftsgeschichte keineswegs nur das individuelle Selbstbewusstsein des Künstlers, sondern auch den kritischen philosophischen Diskurs der Zeit, der das Auseinanderklaffen zwischen einem höfischen Humanismus-Ideal und der sozialen Wirklichkeit thematisierte. Wir wollen uns im Seminar diesem gerade auch für die Kunst des 20. Jahrhunderts außerordentlich wichtigen Phänomens sowohl durch die Lektüre von Quellenschriften und Sekundär-Literatur als auch durch die Analyse ausgewählter Kunstwerke aller künstlerischen Gattungen von der Architektur bis zur Druckgrafik nähern.

Master

Disziplinäre Vertiefung (Bachelor / Master)

Vortragsreihe mit Workshop: Architektur, System, Ordnung

Prof. Dr. Christiane Salge,

Raum: DAM Frankfurt

1. Treffen 17.10. 17:00 Uhr im Seminarraum Klass. Archäologie

CP: 3


Die Veranstaltung steht im Zusammenhang mit einer Vortragsreihe des Center for Critical Studies in Architecture, einem neuen Forschungsverbund der Goethe-Universität Frankfurt am Main, der Technischen Universität Darmstadt und des Deutschen Architekturmuseums (DAM). Die Vorträge finden statt am 24.10., 10.11., 16.11., 14.12. 2017, 16.01. und 30.1.2018 jeweils um 19.00 Uhr im Auditorium des DAM. Weitere Informationen zum Programm befinden sich auf der Webpage des Fachgebiets Architektur- und Kunstgeschichte. Die Workshops (Lektüre/Diskussion relevanter Texte zu den jeweiligen Vorträgen) finden immer vor den Vorträgen von 16.00-18.00 Uhr ebenfalls im DAM statt. Alle weiteren Informationen erhalten Sie auf der Einführungsveranstaltung am 17.10.2017 um 17.00 im Seminarraum der Klassischen Archäologie am Fachbereich Architektur.

Seminar: Der Architekt Paul Meissner (1868-1939) – Ein Ausstellungsprojekt

Prof. Dr. Christiane Salge

Blockseminar, 1. Treffen 17.10. 18.00 Uhr

Raum: Seminarraum Klass. Archäologie

CP: 3


Paul Meissners war neben seiner Tätigkeit als Privatarchitekt auch als hessischer Denkmalpfleger und an der TU Darmstadt als Hochschullehrer tätig. Sein frühes architektonisches Werk ist noch stark historistisch geprägt, später vertritt er den Stil einer gemäßigten Moderne. Das OEuvre umfasst sowohl Sakral- wie Profanbauten, aber auch technische Bauten, vor allem Brücken. Im Sommer 2019 ist im Kunstforum der TU eine Ausstellung zum Werk von Paul Meissner geplant, dessen Nachlass von der TU Darmstadt aufbewahrt wird. Im Seminar soll für diese Ausstellung ein Werkkatalog seiner Bauten verfasst werden. Dazu werden wir auf Exkursionen seine Werke studieren und dokumentieren, Text- und Bilddokumente zu den Bauten in Archiven und Bibliotheken zusammentragen und aus diesen Informationen Katalogtexte zu den einzelnen Bauten erstellen. Die Termine des Blockseminars werden beim ersten Treffen bekannt gegeben.

Seminar: Frauen lassen bauen – Auftraggeberinnen in der Architekturgeschichte

Dr. Meinrad v. Engelberg

Donnerstag, 14:00-15:30 Uhr

Raum: Seminarraum KuGe

CP: 3




Lassen Frauen anders bauen? Sieht man es einem Gebäude an, welches Geschlecht die Bauherrenschaft hatte? Gibt es also eine erkennbar „weibliche“ Architektur, noch bevor Frauen diesen Beruf ausüben durften? Thema des Seminars sind (mehrheitlich gebaute) Beispiele von der Antike bis zur Gegenwart. In den Beiträgen soll jeweils der Zusammenhang zwischen der Person (Biographie, Porträt etc.) und der für sie bzw. von ihr errichteten Architektur untersucht werden: Dabei werden sehr unterschiedliche Rollen wie mythische Königinnen, Heilige, Äbtissinnen, Rebellinnen, Witwen, Mätressen, Prinzessinnen, Mütter, Filmstars und Politikerinnen vorgestellt. Die Ergebnisse des Seminars sollen im Februar 2018 im Rahmen der Ausstellung „Frau Architekt“ im DAM Frankfurt in geeigneter Form (z.B. Pecha Kucha-Vortrag, Katalogtext, Webauftritt, Ausstellungstafeln, Modelle etc.) öffentlich präsentiert werden. Das Masterseminar kann auch als Vertiefung im B. Sc. gewählt werden.

Forschungsmodul

Foto Sessner, Dachau - Family Archive by Ulla M. Scholl, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=58749891
Foto Sessner, Dachau – Family Archive by Ulla M. Scholl, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=58749891

Ottilie Rady (1890–1987) – die erste (außerordentliche) Professorin in der Abteilung Architektur an der Technischen Hochschule Darmstadt

Prof. Dr. Christiane Salge









Hintergrund

Ottilie Rady hat 1917 Kunstgeschichte und Archäologie zunächst an der Technischen Hochschule Darmstadt, später bis 1922 in Bonn und Frankfurt a.M. studiert. Sie promovierte 1922 mit einer kunsthistorischen Arbeit in Frankfurt a.M. 1929 habilitierte sie sich in Darmstadt mit einer Arbeit über den Darmstädter Hofbildhauer und Maler Johann Baptist Scholl d.J. (1818–1881) und war damit Deutschlands erste habilitierte Kunsthistorikerin. 1934 wurde Ottilie Rady zur nichtplanmäßigen, außerordentlichen Professorin in der Abteilung Architektur ernannt, zu der das Fach Kunstgeschichte fortan gehörte. Sie ist damit die erste weibliche (außerordentliche) Professorin des Darmstädter Fachbereichs Architektur. 1937 verlor sie, vermutlich aus politischen Gründen, ihre Stelle an der Technischen Hochschule Darmstadt.

Ottilie Rady ist keine unbekannte Persönlichkeit in der Forschung (vgl. wikipedia-Artikel, Nachruf 1987, in Arheilgen ist eine Straße nach ihr benannt), allerdings ist ihr Wirken im Bereich der Architektenausbildung am heutigen Fachbereich Architektur völlig vergessen und soll daher im Zuge des Forschungsmoduls anhand der Quellen erstmals umfassend vorgestellt werden. Auch wenn Rady keine Architektin war, dürfte sie eine der ersten Frauen in Deutschland gewesen sein, die im Bereich der Architektenausbildung gelehrt und somit auch für die damaligen weiblichen Studierenden eine wichtige Vorbildrolle eingenommen hat. Zugleich sollen mit dem Forschungsmodul wissenschaftsgeschichtliche Erkenntnisse zur Bedeutung und langen Tradition des Fachs Kunst- und Baugeschichte in der Architektenausbildung an der Technische Universität Darmstadt gewonnen werden.