Forschungsprojekte

Forschungsprojekte PD Dr. Michael Groblewski

Sebastiano Serlio

Herausgabe einer deutschen Studienausgabe der architektur-theoretischen Schriften des Bologneser Architekten Sebastiano Serlio auf der Grundlage der Baseler Ausgabe von 1605. (Erscheint bei der Wernerschen Verlagsgesellschaft Worms

Kolossal-Plastik

Die Idee zu dieser weltweiten Erfassung von Kolossal-Plastik unter Einschluss auch nicht mehr vorhandener, lediglich überlieferter Monumente, entstand vor Jahren in einem Frankfurter Doktoranden-Kolloquium.

Kolossal-Plastik steht zumeist in einem dezidierten ideologischen, religiösen oder politischen Zusammenhang und ist deshalb bei historisch-politischen Veränderungen extrem gefährdet – die jüngsten Beispiele in der ehemaligen Sowjetunion und ihrem Einflußbereich, in Afghanistan und im Irak sind uns durch die in den Medien weltweit verbreiteten Bilddokumentationen unmittelbar im Bewußtsein.

Die Monumente beziehen ihre künstlerische Wirkungsmächtigkeit zunächst weniger aus gestalterischen Werten, als vielmehr aus ihrer absoluten Größe oder z.T. auch aus der Möglichkeit, in sie hineinzugehen, sie wie einen Aussichtsturm zu besteigen. Sie stellen damit einen gattungstheoretischen Grenzfall zwischen Architektur und Plastik dar. Kolossal-Plastik ist ein interkulturelles Phänomen.

Nach der Erfassung der Monumente wird ein internationaler, interdisziplinärer wissenschaftlicher Diskurs um die Analyse ästhetischer Zusammenhänge folgen, sowie ihre Funktionalisierungen thematisieren.

Das Projekt ist prinzipiell beteiligungsoffen angelegt. Internetauftritt und Förderungantrag bei der Getty-Foundation (Preservation-Program) sind in Vorbereitung.

Der Dom zu Mailand

Das in vielen kollegialen Gesprächen vorbereitete international vernetzte Forschungsprojekt beschäftigt sich mit einem hochkomplexen Hauptwerk der europäischen Kunstgeschichte, dessen Erforschung bisher fast ausschließlich unter lokalen und regionalen Aspekten erfolgte. Die bisherigen baugeschichtlichen und historischen Forschungen werden einer Revision unterzogen, die Quellenlage ist mit Hilfe eines modernen kontextuellen Ansatzes zu erweitern und zu verbessern. Intentionsgeschichte und Rezeptionsgeschichte sollen miteinander verschränkt und die Ergebnisse für eine Theorie des Monuments und für zukünftige denkmalpflegerische Entscheidungen fruchtbar gemacht werden. Anstelle der klassischen Baugeschichte tritt als Leitidee und Zielperspektive des Projektes die „Biographie des Monumentes“.